Was hilft gegen Scheidentrockenheit?

Was hilft gegen Scheidentrockenheit?

Weibliche Person sitzt auf einem Bett und hält die Hände gefaltet im Schoß.

Scheidentrockenheit ist ein weit verbreitetes, aber oft tabuisiertes Thema. Viele Frauen erleben im Laufe ihres Lebens Phasen, in denen die Vagina nicht ausreichend Feuchtigkeit produziert. Das kann zu Beschwerden wie Brennen, Juckreiz oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen und das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen. Hier erfährst du, was gegen Scheidentrockenheit helfen kann, und wann es Zeit ist, ärztlichen Rat einzuholen.

Mögliche Ursachen: Warum die Scheide trocken wird

Scheidentrockenheit ist ein Symptom der sogenannten vaginalen Atrophie (Fachbegriff), hierbei atrophiert die Vaginalhaut, d.h. sie dünnt aus und Funktionseinschränkungen wie z. B. eine verminderte Befeuchtung treten auf[1]. Vaginale Trockenheit trifft häufig bei Frauen in den Wechseljahren auf, da der Östrogenspiegel sinkt und die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht gerät. Aber auch andere Faktoren können dazu beitragen: generelle hormonelle Veränderungen (z.B. nach der Schwangerschaft oder durch hormonelle Verhütungsmittel), Stress und psychische Belastungen, bestimmte Medikamente, Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder übertriebene Intimhygiene[2].

Scheidentrockenheit – Was hilft?

Die gute Nachricht: Scheidentrockenheit lässt sich meist gut behandeln. Je nach Ursache können sanfte Pflegemaßnahmen oder medizinische Präparate helfen, die Schleimhaut zu regenerieren und Beschwerden zu lindern.

1. Sanfte Intimpflege

Die Vagina reinigt sich weitgehend selbst. Für die tägliche Pflege reicht lauwarmes Wasser. Auf Scheidenspülungen, alkalische Seifen und Intimdeos sollte verzichtet werden. Falls Pflegeprodukte verwendet werden, eignen sich milde, pH-neutrale oder leicht saure Formulierungen.

2. Gesunder Lebensstil

Sport und Bewegung erhöht die Durchblutung – auch im Intimbereich- und verbessert so die Versorgung der Zellen. Ebenfalls kann eine ausgewogene Ernährung dazu beitragen.

3. Atmungsaktive Kleidung

Enganliegende Kleidung oder Unterwäsche aus synthetischen Materialien kann die empfindliche Haut zusätzlich reizen. Lockere Baumwollunterwäsche hingegen ist atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit auf und kann ein gesundes Klima im Intimbereich unterstützen.

4. Hormonfreie Produkte zur Behandlung bei Scheidentrockenheit

Zur Linderung von Scheidentrockenheit eignen sich feuchtigkeitsspendende Intimcremes oder Gele, da sie die Schleimhäute befeuchten und damit das natürliche Gleichgewicht unterstützen. Für eine passende Behandlung solltest du dich ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen. Eine rezeptfreie Option aus der Apotheke ist das hormonfreie Arifem® hydro 2in1 Vaginalgel. Es kombiniert Hyaluronsäure und Milchsäure, wirkt beruhigend bei durch Scheidentrockenheit hervorgerufenem Brennen und Juckreiz und ist frei von Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen. Das Gel kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden und eignet sich auch für die langfristige Pflege.

5. Ärztliche Beratung

Sollten die Beschwerden anhalten oder sich verschlimmern, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Dein Gynäkologe oder deine Gynäkologin kann hormonelle, medikamentöse oder krankheitsbedingte Ursachen feststellen und gezielt behandeln.

Zurück zur natürlichen Balance im Intimbereich

Scheidentrockenheit kann viele Ursachen haben, lässt sich aber in den meisten Fällen gut behandeln. Wichtig ist, die eigenen Beschwerden ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln. Mit der richtigen Kombination aus sanfter Intimpflege, gesundem Lebensstil, atmungsaktiver Kleidung und einer medizinischen Behandlung bei anhaltenden Beschwerden kann das Wohlbefinden zurückkehren.


[1] Li, T., Ma, Y., Zhang, H., Yan, P., Huo, L., Hu, Y., … & Liu, Z. (2016). Differential Regulation of Morphology and Estrogen Receptor‐Alpha Expression in the Vagina of Ovariectomized Adult Virgin Rats by Estrogen Replacement: A Histological Study. International Journal of Endocrinology, 2016(1), 1093512.

[2] de Castro Coelho, F., & Barros, C. (2019). The potential of hormonal contraception to influence female sexuality. International journal of reproductive medicine, 2019(1), 9701384.

Finde heraus, was hinter deinen Beschwerden steckt

Beantworte ein paar kurze Fragen und finde heraus, ob deine Beschwerden auf vaginale Trockenheit hindeuten oder ob eine andere Ursache, beispielsweise eine vaginale Infektion, infrage kommen könnte.

Der Symptom-Check ersetzt keine ärztliche Diagnose, kann dir aber eine erste Orientierung geben.