Infektion oder Scheidentrockenheit? So erkennst du den Unterschied

Beschwerden im Intimbereich sind für viele Frauen unangenehm, körperlich und oft auch emotional. Brennen, Juckreiz oder ein Trockenheitsgefühl können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig steckt entweder eine Infektion oder Scheidentrockenheit dahinter.
Die Symptome können sich teilweise ähneln, weshalb es nicht immer leicht ist, den Unterschied zu erkennen. Dabei ist eine richtige Einschätzung wichtig, denn die Ursachen und Behandlungen unterscheiden sich deutlich. Während Infektionen meist gezielt medikamentös behandelt werden müssen, lässt sich kurzfristige Scheidentrockenheit häufig erstmal mit unterstützender Pflege lindern.
Warum Beschwerden im Intimbereich entstehen können
Der Intimbereich besitzt ein empfindliches Gleichgewicht aus Vaginalhaut, pH-Wert und Vaginalflora. Milchsäurebakterien, sogenannte Laktobazillen, sorgen dafür, dass die Vagina ein leicht saures Milieu besitzt. Dieses schützt vor krankmachenden Keimen und unterstützt die natürliche Feuchtigkeitsbalance[1].
Gerät dies ins Ungleichgewicht, können Beschwerden entstehen. Typische Auslöser sind beispielsweise:
- Hormonelle Veränderungen (z.B. Wechseljahre, Stillzeit oder hormonelle Verhütung)
- Übertriebene Intimhygiene oder ungeeignete Pflegeprodukte
- Stress oder bestimmte Medikamente
- Bakterielle oder pilzbedingte Infektionen
Ob es sich eher um eine Infektion oder um Beschwerden wie Scheidentrockenheit handelt, lässt sich häufig anhand der Symptomatik erkennen.
Scheidentrockenheit: Wenn die Vaginalhaut Feuchtigkeit verliert
Scheidentrockenheit entsteht meist, wenn die Vaginalhaut nicht mehr ausreichend Feuchtigkeit bildet. Besonders häufig tritt dies bei hormonellen Veränderungen auf, etwa während der Wechseljahre, nach der Geburt oder bei bestimmten Medikamenten.
Typische Symptome sind:
- Trockenheitsgefühl im Intimbereich
- Brennen oder leichtes Jucken
- Spannungsgefühle
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Empfindliche oder leicht gereizte Haut
Der Ausfluss verändert sich dabei meist nicht deutlich. Stattdessen wirkt der Intimbereich oft trockener und weniger elastisch[2].
Vaginale Infektionen: Wenn das Gleichgewicht der Vaginalflora gestört ist
Bei einer Infektion sind meist Bakterien oder Hefepilze beteiligt. Besonders häufig sind bakterielle Vaginosen oder Vaginalpilzinfektionen. Sie entstehen, wenn das natürliche Gleichgewicht der Vaginalflora gestört wird und sich bestimmte Keime stärker vermehren.
Typische Anzeichen einer Infektion können sein:
- Stärkerer oder ungewollter Ausfluss
- Veränderter Geruch, z.B. fischartig
- Intensiver Juckreiz
- Brennen beim Wasserlassen
- Rötungen oder Schwellungen im Intimbereich
Je nach Ursache unterscheiden sich die Symptome. Pilzinfektionen führen häufig zu starkem Juckreiz und weißlich-bröckeligem Ausfluss, während bakterielle Infektionen eher mit dünnflüssigem Ausfluss und Geruchsveränderungen einhergehen.
Infektion oder Scheidentrockenheit: Die wichtigsten Unterschiede
Auch wenn einige Beschwerden sich ähneln können, gibt es typische Hinweise. Bei Scheidentrockenheit steht das Trockenheitsgefühl im Vordergrund. Die Schleimhaut fühlt sich weniger geschmeidig an, manchmal entsteht ein Spannungs- oder Brenngefühl. Der Ausfluss verändert sich in der Regel kaum, kann aber insgesamt geringer sein. Häufig treten zusätzlich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf und Ursache sind oft hormonell bedingt.
Bei einer Infektion zeigen sich dagegen meist deutlichere Veränderungen. Der Ausfluss kann stärker werden, eine ungewohnte Farbe oder Konsistenz haben oder einen auffälligen Geruch entwickeln. Zusätzlich treten häufig intensiver Juckreiz, Brennen sowie Rötungen und Reizungen im Intimbereich auf.
Grundsätzlich gilt: Wenn Beschwerden länger anhalten, sich verschlimmern oder immer wieder auftreten, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.
Das hilft bei Scheidentrockenheit
Wenn Scheidentrockenheit die Ursache der Beschwerden ist, können verschiedene Maßnahmen helfen, die Schleimhaut zu unterstützen:
Sanfte Intimpflege:
Die Vagina reinigt sich weitgehend selbst. Lauwarmes Wasser und milde, pH-angepasste Produkte sind meist ausreichend.
Ausgewogene Lebensweise:
Regelmäßige Bewegung, ausreichend Flüssigkeit und eine ausgewogene Ernährung können die Schleimhautgesundheit unterstützen.
Feuchtigkeitsspendende Intimpflegeprodukte:
Bei Trockenheit können spezielle Vaginalgels oder Cremes helfen, die Feuchtigkeit der Schleimhaut zu verbessern und Reizungen zu lindern.
Eine hormon- und rezeptfreie Option aus der Apotheke ist beispielsweise Arifem® hydro 2in1 Vaginalgel. Es kombiniert Hyaluronsäure und Milchsäure, unterstützt die natürliche Feuchtigkeitsbalance und kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.
Auf den eigenen Körper hören
Beschwerden im Intimbereich sind häufig und in den meisten Fällen gut behandelbar. Entscheidend ist, Veränderungen ernst zu nehmen, den eigenen Körper aufmerksam zu beobachten und bei Anzeichen zum Arzt/zur Ärztin zu gehen.
Ob Infektion oder Scheidentrockenheit: Wenn du die Unterschiede kennst, fällt es leichter, rechtzeitig die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und das natürliche Gleichgewicht des Intimbereichs zu unterstützen.
[1] O’Hanlon, D. E.; Moench, T. R.; Cone, R. A. (2013). Vaginal pH and microbicidal lactic acid when lactobacilli dominate the microbiota. PLoS ONE, 8(11).
[2] Portman, D. J.; Gass, M. L. S. (2014). Genitourinary syndrome of menopause: New terminology for vulvovaginal atrophy. Menopause, 21(10), 1063–1068.

